Automatisierungs-Systeme: Die Newbees

Die aktuellen SmartHome Produkte kamen erst mit der Verbreitung bzw. Verfügbarkeit von Smartphones und Tablets auf, denn nur diese ermöglichen eine bequeme (und kostengünstige) Steuerung der Systeme und deren Verknüpfung mit diversen Web-Diensten und sozialen Netzen.
Das Aufkommen des IoT (Internet of Things), die Maker-Bewegung und das Phänomen des Crowdfunding haben ihr Übriges dazu getan, dass sich heutzutage auch kleine Startup-Unternehmen an die Entwicklung von SmartHome Lösungen wagen können. Dies hat in den letzten Jahren zu einer spürbaren Verjüngung und Beschleunigung des SmartHome Marktes geführt.
Zwei neue, herausragende Systemtypen lassen sich identifizieren:
Die Nischenlösung
Maßgeschneidert für die eine Aufgabe, für die sie geschaffen wurde. Nischenlösungen reizen das jeweilige Thema so weit wie möglich aus und bieten zusätzliche Lifestyle-Funktionen, welche die herkömmliche (und häufig spartanische) Funktionalität einer klassischen Automatisierungslösung (z.B. einer Heizungs-oder Lichtsteuerung) bei weitem übertreffen (Beispiele: Philips Hue, Tado).
Beim Entwurf derartiger Lösungen wird großer Wert auf einfache Bedienbarkeit und ein ansprechendes Design gelegt (gerne im Apple-Stil, dies gilt häufig leider auch für den Preis). Nischenlösungen sind von Haus aus nicht mit anderen Heimautomations-Lösungen verknüpft, sondern stattdessen mit Smartphones, Wearables, Web-Diensten (Cloud, IfTTT) und sozialen Netzen.
Vorteile:
Die hiermit geschaffenen Heimautomations-Lösungen sind funktional und zuverlässig, da das Zusammenspiel ihrer wenigen Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt ist.
Die Erst-Installation und Einrichtung der Nischenlösungen lässt sich (meistens) vom Kunden selbst erledigen, es fallen hierfür keine Kosten an.
Die laufende Anpassung eines installierten Systems (an die sich erst nach und nach entwickelnden Wünsche der Kunden) lässt sich kostenfrei und flexibel vom Kunden selbst vornehmen.
Nachteile:
Eine Nischenlösung lässt sich nicht auf andere Anwendungsbereiche erweitern, der Funktionsumfang des Systems bleibt definitionsgemäß auf die Kernkompetenz beschränkt.
Die Steuerung per SmartPhone erfolgt meistens über eine spezielle “App”, welche der Hersteller zum Download anbietet. Abgesehen davon, dass es hier Qualitätsunterschiede und unterschiedliche Ansätze bei der Bedienerführung gibt, bringt jede Nischenlösung ihre ganz eigene “App” mit. Installiert man mehrere Nischenlösungen, hat man schnell einen “App-Zoo”.
Verschwindet der Hersteller einer Nischenlösung vom Markt, geht damit über kurz oder lang die Investition in dieses System verloren. Der entstehende Schaden bleibt aber überschaubar.
Häufig werden die Lifestyle-Funktionen der Nischenlösungen erst durch eine Cloud-Anbindung ermöglicht. Hiermit sind z.T. weitere, laufende Kosten verbunden, zudem stellt sich die Frage nach Datenschutz und Sicherheit.
Der “Smart Hub”
Der Gegenentwurf zur Monokultur. Anstatt mit eigenen Produkten sämtliche Anwendungsszenarien abdecken zu wollen, haben sich die Anbieter von Smart Hubs auf die Steuerung und Integration ausgewählter Fremdsysteme und -Komponenten (u.a. der oben beschriebenen Nischensysteme) spezialisiert. Die Integration von Fremdprodukten ist hier also nicht notwendiges Übel (wie bei den Mischsystemen), sondern zentrales Konzept.
Smart Hubs stellen die Verbindung zu den anderen SmartHome Komponenten per Funk her. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein passender Funk-Module, in den Smart-Hubs. Je mehr Funk-Standards ein SmartHub von Haus aus beherrscht, desto besser. Revolv z.B. liefert seinen Hub mit sieben verschiedenen sog. “Radios” aus, obwohl zur Zeit nur einige davon tatsächlich genutzt werden. Software-Updates werden diese Funkmodule beizeiten zum Leben erwecken – falls dies dem Hersteller opportun erscheint.
Vorteile:
Die mit Smart Hubs geschaffenen Heimautomations-Lösungen sind funktional und zuverlässig, solange nur die vom Smart Hub offiziell unterstützten Produkte eingebunden werden.
Smart Hubs schaffen es, mehrere der attraktiven Nischenlösungen (siehe oben) zusammen mit anderen SmartHome Komponenten in ein funktionierendes Gesamtsystem zu integrieren.
Smart Hubs stellen eine übergreifende und einheitliche Steuerung für das Gesamtsystem zur Verfügung, der gefürchtete “App-Zoo” entfällt daher.
Die Erst-Installation und Einrichtung eines Smart Hubs lässt sich vom Kunden selbst erledigen, es fallen hierfür keine Kosten an.
Die laufende Anpassung eines installierten Smart Hubs (an die sich erst nach und nach entwickelnden Wünsche der Kunden) lässt sich kostenfrei und flexibel vom Kunden selbst vornehmen.
Die Unterstützung zusätzlicher Produkte kann vom Smart Hub Hersteller nachgereicht werden, per Software-Update.
Nachteile:
Ein Smart Hub kann verlässlich nur diejenigen Komponenten einbinden, die offiziell unterstützt werden. Selbst wenn diese Liste auch nach dem Kauf eines Smart Hubs noch wachsen kann, schränkt dieser Umstand die anfängliche Auswahl stark ein.
Verschwindet der Hersteller eines Smart Hubs vom Markt, geht damit über kurz oder lang die Investition in diese Komponente verloren. Es ist aber zu erwarten, dass viele der verbleibenden SmartHome Komponenten auch mit einem Konkurrenzprodukt gesteuert werden können.
Viele Funktionen der Smart Hubs werden erst durch eine Cloud-Anbindung möglich. Hiermit sind z.T. weitere, laufende Kosten verbunden, zudem stellt sich die Frage nach Datenschutz und Sicherheit.
Smart Hubs stellen eine übergreifende und einheitliche Steuerung für das Gesamtsystem zur Verfügung: Theoretisch entfällt daher der gefürchtete “App-Zoo”. In der Praxis zeigt sich aber, dass einige Produkte (anfangs) von Smart Hubs nur rudimentär unterstützt werden: Bei seltener genutzten Funktionen bleibt also nur der Griff zur Original-App.

Quelle: http://www.heimomat.de/automatisierungs-newbees/