Salto rückwärts: Backofen aus!

“Modern, aber nicht übertrieben.” Damit warb ein Möbelhersteller, in den 50ern.
Nicht ganz so bescheiden kommen einige der aktuellen SmartHome Bedienkonzepte daher …
Gestensteuerung mit Gadget:
Wohl eher als Abfallprodukt hat KIWI Wearables bei der Entwicklung ihres neuen Bodytrackers KIWI Move gleich eine Steuerung für SmartHome Funktionen eingebaut. In diesem Video wird der kleine Sender wie ein Zeigestock geschwungen und kann über Gesten alle möglichen Geräte ein- und ausschalten.
Das ist hoffentlich nur als Gag gemeint … nicht dass die Omi vor dem Backen noch einen Grundkurs in Parcours absolvieren muss. Das Video zeigt dann auch vorwiegend getrackte Salti und Sprünge, weniger SmartHome Aspekte.
Gestensteuerung ohne Gadget:
Noch etwas skurriler und ziemlich far out dürfte dieses Bedienkonzept sein: PointGrab verspricht eine Gestenerkennung ohne am Körper getragenes Gadget (wahrscheinlich á la Kinect), welche sogar in völliger Dunkelheit funktionieren soll.
Gute Idee übrigens, das mit der Dunkelheit: Dann sieht keiner, wie beknackt die scheinbar unmotivierte Herumfuchtelei wirklich aussieht …
SmartHome Steuerung per Chat:
LG hat im Rahmen der aktuellen SmartHome Aktivitäten seinen HomeChat vorgestellt: Jetzt kann man sich endlich mit seiner Waschmaschine und seinem Kühlschrank unterhalten. Per Text-Messenger. Als wenn chatten mit anderen Menschen nicht schon anstrengend genug wäre.
Die Beispiel-Szenarien sind technisch beeindruckend, aber wie kam eigentlich die Wäsche in die Waschmaschine, die man nun per Chat und von unterwegs einschalten soll, und was schreibt der Kühlschrank zurück, wenn tatsächlich kein Bier mehr drin ist? Und wie hilfreich ist eine Mitteilung wie: “Mein Flusensieb ist voll!”, die einen während einer wichtigen Geschäftsbesprechung erreicht?
Call me old-fashioned, aber im Umgang mit weißer Ware reichen mir Lämpchen und Schalter völlig aus.
SmartHome Steuerung per Stimme:
Honeywell hat für eine seiner Klimaanlagen eine Sprachsteuerung entwickelt. Verständlich, denn die Bedienung einer Klimaanlage ist ja ziemlich komplex: Die kann man etwas wärmer einstellen, oder auch kälter. Oder an. Oder aus. Da kommt man ohne Sprachsteuerung schon mal ganz schön durcheinander …
Beruhigend, dass die Klimaanlage dabei einen höflichen (und einschläfernden) Umgangston pflegt: “Klimaanlage, mir ist etwas kalt!” – “Dann erhöhe ich die Raumtemperatur um ein Grad” – “Danke!” – “Gerne!” usw..
Vielleicht gibt es ja später mal, wie schon bei den Navis, alternative Sprecher-Persönlichkeiten, z.B. Ausbilder Schmidt (“Ziehn‘ Se sich einen Pullover d’rüber, Sie Weichei!”) oder Nena (“Du, das hat mich jetzt echt berührt, da bin ich total bei Dir!”). Dann hätte das Ding wenigstens Unterhaltungswert.

Quelle: http://www.heimomat.de/salto-rueckwaerts-backofen-aus/